{"id":221,"date":"2016-10-15T13:00:15","date_gmt":"2016-10-15T12:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ifaplan-institut.de\/?p=221"},"modified":"2023-04-12T16:33:47","modified_gmt":"2023-04-12T15:33:47","slug":"das-ifaplan-kamingespraech-oktober-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/?p=221","title":{"rendered":"Das IFAPLAN-Kamingespr\u00e4ch Oktober 2016"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Beim IFAPLAN-Kamingespr\u00e4ch besprechen Vater Dieter und Sohn Marcel aktuelle Themen aus Wirtschaft und Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Monat: <strong>&#8222;Vision Zero&#8220;<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marcel:<\/strong> Die EU hat sich mit dem Projekt &#8222;Vision Zero&#8220; das Ziel gesetzt, bis 2050 die Zahl der Verkehrstoten auf Null zu senken. Ist diese Vorstellung realistisch?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dieter:<\/strong> Das Projekt der EU ist sogar noch deutlich ehrgeiziger. Man will nicht nur die Zahl der Verkehrstoten auf Null senken, auch die Anzahl der Verletzten soll diesen Wert erreichen und letztlich soll es gar keine Verkehrsunf\u00e4lle im Stra\u00dfenverkehr mehr geben.<br \/>\nNach meiner Meinung ist diese Zielvorgabe in ihrem Absolutheitsanspruch zwar unrealistisch, ihr zentraler Wert liegt aber darin, dass sie eine klare Perspektive f\u00fcr die Politik und die Verkehrssicherheitsarbeit in Europa vorgibt.<br \/>\nVision Zero ist also eher ein Vehikel zur &#8222;relativen&#8220; Zielerreichung, &#8222;relativ&#8220; deshalb, weil es nat\u00fcrlich auch in Zukunft Unf\u00e4lle, Verletzte und Get\u00f6tete im Stra\u00dfenverkehr geben wird.<br \/>\nMein Pessimismus hinsichtlich der Erreichbarkeit der Ziele von Vision Zero resultiert vor allem aus der Tatsache, dass der technische Fortschritt und insbesondere die anvisierte Automatisierung des Fahrens zwar einen Quantensprung f\u00fcr die Sicherheit von Fahrzeuginsassen bedeutet, Fu\u00dfg\u00e4nger und Radfahrer aber weniger von diesen technologischen Fortschritten profitieren werden. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Kollisionen zwischen Radfahrern und solchen zwischen Radfahrern und Fu\u00dfg\u00e4ngern.<br \/>\nRichtig ist diese Aussage nat\u00fcrlich nur solange wie Radfahrer und Fu\u00dfg\u00e4nger nicht auch entsprechend hochger\u00fcstet werden. Wenn sie also beispielsweise durch ihr Smartphone oder ein anderes Ger\u00e4t jederzeit im \u00f6ffentlichen Raum in ihrem Bewegungsverhalten registriert und gewarnt werden k\u00f6nnen. Aber das ist genau der springende Punkt: Bei Radfahrern und Fu\u00dfg\u00e4ngern kann ich mir allenfalls eine Gefahrenwarnung vorstellen, ein Eingriff in deren Bewegungsabl\u00e4ufe erscheint mir dann doch allzu utopisch.<br \/>\nZus\u00e4tzlich gilt es noch zu bedenken: Vision Zero bringt nicht allein direkte Vorteile in der Verkehrssicherheit, sie hat auch bedeutsame \u00f6konomische Effekte. Sie schafft Anreize f\u00fcr die Industrie, die Vernetzung und Automatisierung der Verkehrssysteme voran zu treiben und f\u00f6rdert so die Entwicklung der entsprechenden M\u00e4rkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marcel:<\/strong> Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Fahrassistenzsysteme und automatisiertes Fahren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dieter: <\/strong>Zun\u00e4chst einmal gilt es zu beachten, dass Assistenzsysteme und automatisiertes Fahren ganz unterschiedliche Auspr\u00e4gungsgrade haben k\u00f6nnen. Ein erfolgreiches Assistenzsystem war bereits vor Jahrzehnten das ABS, heute gibt es &#8222;Assistenten&#8220; f\u00fcr zahlreiche Fahrfunktionen und Fahrman\u00f6ver. Es geht dabei darum, den Fahrer mehr und mehr von Fahraufgaben zu entlasten bis hin zur Vollautomatisierung, bei der der Fahrer nur noch bei Bedarf in das Geschehen eingreift.<br \/>\nDas von manchen Experten als Extremszenario bezeichnete Ende der Entwicklung ist dann ein v\u00f6llig autonom fahrendes Fahrzeug, bei dem nicht mehr eingegriffen werden kann und der Fahrer zum Passagier wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marcel:<\/strong> Wie wird das in der \u00dcbergangszeit aussehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dieter: <\/strong>In der \u00dcbergangszeit,&nbsp; w\u00e4hrend der sich sowohl individuell gesteuerte wie auch automatisierte Fahrzeuge im gleichen Wegenetz bewegen, kommt es zu interessanten Konsequenzen. Da automatisierte Fahrzeuge darauf programmiert sind, Unf\u00e4lle auf jeden Fall zu vermeiden, werden sie in Konfliktsituationen immer zur\u00fcckstecken m\u00fcssen. Welche Konsequenzen dies f\u00fcr die Fahrweise der konservativen Lenker gegen\u00fcber automatisierten Fahrzeugen hat, bleibt abzuwarten.<br \/>\nSchwer abzusch\u00e4tzen ist auch die Frage, wie lange die Zeit des &#8222;durchmischten&#8220; Verkehrs von automatisierten und individuelle gesteuerten Fahrzeugen dauern wird. Zu einem Zeitpunkt, an dem die gesamte Fahrzeugflotte automatisiert ist, und die \u00fcbrigen Autos verschrottet sind oder im Museum stehen, sind diese Probleme gel\u00f6st und Vision Zero k\u00f6nnte zumindest f\u00fcr den Autofahrer Wirklichkeit werden, es sei denn, Hacker bringen ein wenig Unordnung in die elektronischen Systeme&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/?p=221&amp;print=1\" title=\"Drucken\" rel=\"nofollow\"><img decoding=\"async\" class=\"WP-PrintIcon\" src=\"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/wp-content\/plugins\/wp-print\/images\/print.gif\" alt=\"Drucken\" title=\"Drucken\" style=\"border: 0px;\" \/><\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/?p=221&amp;print=1\" title=\"Drucken\" rel=\"nofollow\">Drucken<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim IFAPLAN-Kamingespr\u00e4ch besprechen Vater Dieter und Sohn Marcel aktuelle Themen aus Wirtschaft und Gesellschaft.<\/p>\n<p>In diesem Monat: &#8222;Vision Zero&#8220;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":370,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-221","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-publikationen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/221","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=221"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/221\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":372,"href":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/221\/revisions\/372"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/370"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=221"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=221"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ifaplan-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=221"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}